Limewire soll verklagt werden auf 75.000.000.000.000$

Carsten 28. März 2011 Kommentare deaktiviert

75 Billionen Dollar Schaden soll scheinbar alleine die Tauschbörse Limewire der Musikindustrie an Schaden verursacht haben. Das ist, wie man in der Überschrift sieht, erstmal eine unglaubliche Summe. 13 Firmen aus der Musikindustrie haben sich zusammengetan und die Plattform auf eben diese Summe verklagt. (Danke an netzpolitik.org für die Info). Ob dies von Erfolg gekrönt sein wird, wage ich zu bezweifeln. Ich selber nutze auch die Möglichkeiten des Internets um an neue Musik zu kommen. Ich nutze zwar keine Tauschbörsen mehr und torrent ist mir auch zu blöd, aber man kommt ja auch so an fast jedes Album ran. Das ist natürlich sehr problematisch für die Künstler und die Musikindustrie, darauf möchte ich aber gar nicht eingehen, bin ich doch der Meinung, dass die gesamte Industrie in den letzten Jahren einfach nicht mit der Zeit gegangen ist und meist nicht kreativ auf die neue Situation reagiert hat. Das ist natürlich leicht gesagt, aber einige Indie Labels geben doch ein gutes Beispiel ab.
Ich selber sehe die ganze Sache mit den illegalen Downloads gar nicht so dramatisch…ich bewege mich aber auch in einer musikalischen Szene, in der die “Fans” scheinbar eher bereit sind den Künstler sein verdientes Geld auch zuzugestehen. Ich habe einfach das Gefühl, dass Musik-Liebhaber nach wie vor bereit sind für Platten und Konzerte Geld auszugeben und dieses auch oft sehr bewußt tun. Wenn ich auch das neue Album einer Band “nur” runtergeladen habe, dann probiere ich dennoch die mit einem Konzertbesuch (mit T-Shirt Kauf) wieder wettzumachen. Sollte mir eine Platte sehr gut gefallen, dann kaufe ich Sie sehr wahrscheinlich früher oder später auch. Dass selbst bei mir nur ca. jede fünfte Platte ehrlich gekauft ist, das gebe ich offen zu. Viele der Downloads dienen halt auch dazu, sich einen ersten Eindruck des Albums zu machen. Früher setzte man sich geduldig bei Saturn an den Kopfhörer, heute macht man das halt zu Hause…dass die Platte dann auf der Festplatte landet ist oft nur ein Nebeneffekt. Man hätte sich die Platte vor 10 Jahren nicht gekauft und tut es heute eben so wenig…der Unterschied ist nur, dass man Sie heute dennoch besitzt. Mir ist schon klar, dass dies ein gravierender Unterschied ist. Wichtig ist aber meiner Ansicht nach der Punkt, dass man als Konsument nach wie vor den gleichen Anteil seines Geldes für Musik ausgeben sollte wie früher, dass ich dann mehr Musik habe, weil ich das ein oder andere noch illegal runtergeladen habe, sollte im perfekten Szenario keinerlei Auswirkungen auf die Musikindustrie und für die Künstler haben. Dass das nicht so ist, ist mir klar! Nur 2-3 Prozent (schaetze ich einfach mal) handeln halt eben so. 

Für mich persönlich ist diese ständige Verfuegbarkeit übrigens Segen und Fluch zugleich! Das Überangebot kann einen zeitweise schon überfordern und den Wert einer bestimmten Platte schlicht verringern. Man hat jeden Monat 10 neue Alben auf der Platte, die Hälfte davon nicht 1x durchgehört bevor die nächsten 10 schon wieder dazu gekommen sind. Dazu kommt noch der Verlust das materiellen Gegenwertes einer MP3 Datei gegenüber einer Schallplatte oder CD. Eine gerade runtergeladene MP3 kann nicht mit einer Platte mithalten, die man sich gerade aus einer Auswahl von 5 Platten ausgewählt hat. Jeder Musikfan sollte die Musik, egal ob runtergeladen oder gekauft, bewusst erleben und genießen und ihr schlussendlich auch einen Wert beimessen und diesen möglichst auch an die Künstler in welcher Form auch immer weitergeben!!!
Man sollte dabei nicht vergessen, dass eine Mail oder ein paar Worte zur Band nach einem guten Konzert auch viel Wert sein sollten, gerade im Independent-Bereich. 

Be Sociable, Share!

Keine ähnlichen Artikel.

Comments are closed.